Montag, 29. Juni 2015

Der Metzger meines Vertrauens { Rinderhüftsteak auf Rucola und getrockneten Tomaten }

Ein weiteres Kapitel in der Rubrik: Huch, fräulein glücklich kann ja auch kochen!

Für mich geht doch nichts über einen Metzger meines Vertrauens! Und wenn er dann auch noch um die Ecke ist, noch besser. Denn manchmal muss es eben schnell gehen. Nach einem langen Arbeitstag, einem mehrstündigen Friseurbesuch oder einem ausgedehnten Shoppingnachmittag hab sogar ich keine Lust, ewig in der Küche zu stehen. Also eben noch schnell ein richtig gutes Stück Fleisch besorgen und schon kann´s los gehen.


Aber nochmal zurück zu meinem Metzger. Den kenne ich nun schon seit ich nach Tirol gekommen bin und wir haben das Glück, mit der ganzen Familie befreundet zu sein. Und das haben wir unseren Kindern zu verdanken. Gerade aus Deutschland gekommen, haben mein damals 5 jähriges Töchterchen und ich uns mit dem Garten beschäftigt, als der Nachbarsbub gespannt am Gartenzaun stand. Fünf Minuten später freue ich mich über seine Hilfe und mein Töchterchen über einen neuen, besten Freund. Eines Tages aber kommt sie weinend nach Hause. Die Beiden haben sich den Film "Ein Schweinchen namens Babe" angeschaut. Na ja, genauer gesagt die ersten Minuten. Eine ausgewachsene Sau wird  aus dem Schweinestall geholt und das kleine Schweinchen kommentiert: "Da muss es wunderschön sein, wo sie jetzt hingebracht wird. Meine Mama haben sie auch geholt, und die ist niemals wieder zurück gekommen!" Daraufhin der Nachbarssohn: "Ha, ich weiß wo die hin ist! Zum Schlachter!" Somit war der Video-Nachmittag für mein Töchterchen beendet und sie war für die nächsten 10 Jahr Vegetarierin.


Bei mir aber darf ein gutes Stück Fleisch auf den Teller, nicht oft, aber eben dann und wann. Und wenn der Metzger das Tier auch noch persönlich und mit Namen kennt, erst recht.


Rinderhüfte auf Rucolasalat mit getrockneten Tomaten (2 Personen)

Getrocknete Tomaten stelle ich oft und auf Vorrat her. Sie sind aromatisch und die perfekte Beilage zu Salaten aber auch total lecker zum einfach-so-essen. Hierzu halbiere oder viertel ich kleine Tomaten und lasse sie bei 200 °C im Ofen je nach Größe 1-2 Std. schmoren. Sie sind fertig, wenn die Flüssigkeit vollständig verdampft ist.

Eine Hand voll Pinienkerne in einer Pfanne kurz anrösten und beiseite stellen. Rucola waschen, trocken schleudern und auf Tellern anrichten. 1 Passionsfrucht halbieren und das Fruchtfleisch samt der Kerne herauskratzen. 1 EL Rapsöl in der Pfanne erhitzen, das Fleisch (Rinderhüfte, ca 0,5 cm  dick geschnitten) von beiden Seiten scharf anbraten, aus der Pfanne nehmen und ruhen lassen. Den Bratenrückstand mit etwa 150 ml Balsamico Essig ablöschen, reduzieren lassen und vom Herd nehmen. 2 El gutes Olivenöl und das Fruchtfleisch einrühren, mit Pfeffer und Salz aus der Mühle abschmecken.

Das Fleisch in Streifen schneiden, zusammen mit den Tomaten auf dem Rucola anrichten, mit den Pinienkernen und Parmesanspänen garnieren und die Balsamicoreduktion als Dressing über den Salat geben.



Und wieder einmal war das fräulein glücklich!

Montag, 22. Juni 2015

Süße, kleine Dinger { Marillenknödel für Faule }

Hab ich schon mal erwähnt, dass mein Schatz ein kleiner Sparfuchs ist? Nein, da dann mal los!

Er kennt Preise verschiedenster Lebensmittel besser als ich. Und ist beruflich in der Nähe der deutschen Grenze, kommt er mit 2 Kilo Butter, 2 Kilo Käse und 2 Kisten Bier zurück. Aus dem nichts heraus überrascht er mich mit den Worten: "Weißt du, wieviel die Butter in Deutschland kostet? 83 Cent, das ist der Wahnsinn!!!" Ok, im Vergleich: Bei uns ist man mit schlappen 1,39 Euro dabei, und das beim Discounter. Und fragt erst gar nicht, was die Milchprodukte kosten, die ich in unserer Käserei kaufe.


Und bitte ich ihn, uns doch ein paar Marillen mitzubringen, kommt mein Schatz mit einer ganzen Kiste zurück vom Einkauf. Denn schließlich kosteten 5 kg Aprikosen nur 50 Cent mehr als 1 kg. Klar, billiger ist das allemal, aber nun stellt sich die Frage, was soll ich mit so vielen Marillen?


Tja, mein Schatz ist nicht nur preisbewusst, er ist auch clever! Er liebt Marillenmarmelade, Marillenkuchen und Marillenknödel. Punkt eins und zwei sind ja schnell abgehakt, aber Knödel machen ist mir echt zu viel Arbeit. Da ich ihm jedoch keinen Wunsch abschlagen kann, gab es bei uns eben Marillenknödel für Faule. 


Marillenknödel für Faule

500 g Marillen waschen, halbieren, entkernen und die Hälften nochmals vierteln.

80 g Butter in einer Pfanne erhitzen, die flüssige Butter mit 100 g Semmelbrösel sowie 3 EL Zucker vermengen und beiseite stellen. Wer mag, gibt noch eine anständige Prise Zimt dazu (ich als Zimt-ist-was-für-Weihnachten-Typ lasse ihn aber lieber weg)

Den Ofen auf 175 °C Ober-Unterhitze vorheizen.

80 g weiche Butter mit einer Prise Salz und 2 EL Zucker schaumig schlagen. 1 Ei gründlich einarbeiten und mit 250 g Topfen (Quark) sowie 100 ml Milch glatt rühren. 150 g Mehl sieben und unterheben. Nun die Marillen vorsichtig mit der Masse vermengen und  in eine flache, feuerfeste Form geben. Den Teig zunächst 30 min. backen, die Semmelbrösel gleichmäßig darauf verteilen und für weitere 30 min. zurück in den Ofen. Mit einem Servierring Kreise ausstechen und warm servieren.

Man könnte den Teig auch in Weck-Gläsern backen, dann spart man sich sogar das Ausstechen...

Und wem das Knödelmachen Spaß bereitet, lässt die Milch weg und ummantelt je eine Marille mit dem Teig, gibt die Knödel in kochendes Wasser und lässt sie ca. 20 min. bei geringer Hitze köcheln. Abschließend in den Semmelbröseln wälzen und servieren.



Und wieder einmal war das fräulein glücklich!


Dieser Satz fällt mir natürlich immer noch sehr schwer. Ich danke euch für euer lieben Worte, eure Anteilnahme, eure zahlreichen Mails und eure virtuellen Umarmungen! Ihr seid toll! 

Montag, 15. Juni 2015

Vorsicht Suchtgefahr! {Erdnussbuttereis mit Karamellcreme}

Ich habe lange überlegt, wann aber auch wie ich nach meiner nicht freiwilligen Bloggerpause zurück in die virtuelle Welt gelange. Viele von euch haben mich vermisst und dafür danke ich euch von Herzen. Denn die Welt, in der ich mich gerade befinde, ist leider mehr als real. Wir haben von meinem geliebten Papa Abschied nehmen müssen und kaum dass ich diese Worte schreibe, stehen mir Tränen in den Augen und ich bin mir wieder nicht sicher, ob das nun der rechte Weg ist, solch private Dinge mit euch zu teilen. Aber ich kann auch nicht einfach nach nun mehr sechs Wochen der Stille so tun, als wäre nichts passiert. Ihr seid mir ans Herz gewachsen, ihr seid ein Teil meines Lebens und so traurig es auch ist, ich möchte euch auch an dieser schweren Zeit meines Lebens teilhaben lassen. Und ich möchte euch wissen lassen, dass ich euch vermisst habe und ich ein gutes Gefühl dabei habe, mit diesem Post zurück in die Bloggerwelt zu kommen.

Noch steht mir natürlich nicht der Sinn nach lustigen Anekdoten und netten Geschichten, aber dieses Rezept möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten.


Denn der Sommer ist da! Nicht unbedingt heute, aber die letzten Tage haben wir viel Zeit im Freien verbracht und bei 30 °C kommt mir dieses Eis gerade recht. Aber Vorsicht! Suchtgefahr!


Erdnussbuttereis mit Karamellcreme

Für das Eis 300 g cremige Erdnussbutter mit 500 ml Milch und 150 g Zucker erhitzen. Ist der Zucker geschmolzen, 400 ml Sahne hinzufügen, alles gut verrühren und im Kühlschrank abkühlen lassen. Die Flüssigkeit vor dem Zubereiten in der Eismaschine nochmals gründlich verrühren.

Für die Karamellcreme 200 ml Sahne sowie 50 g Butter stark erhitzen. 160 g Zucker in einen Topf geben und karamellisieren. Hat der Zucker eine schöne dunkelbraune Farbe, die heiße Sahne unter Rühren vorsichtig (Achtung spitzt!) hinzu geben und die Creme glatt rühren. In ein steriles, verschließbares Gefäß füllen und bis zur Verwendung kalt lagern. Auch im Kühlschrank bleibt das Karamell schön cremig, aber wer mag, erwärmt es vor dem Servieren im Wasserbad.

Das fertige Eis mit der Creme und einigen zerkleinerten, gerösteten Erdnüssen servieren.


Bis bald ihr Lieben!

Euer fräulein glücklich